Nürnberg, den 07. Dezember 2017

 

Deutsche Post DHL Group plant Ausstieg aus der dualen Berufsausbildung

 

Stetig steigende Gewinne und Dividenden für Aktionäre, explodierende Managergehälter sind die eine Seite der Realität bei der Deutsche Post DHL Group. Auf der anderen Seite steht die Lebenswirklichkeit der über 230.000 Beschäftigten im Konzern in Deutschland.

 

Diese ist geprägt von zunehmender Arbeitsverdichtung, welche die Beschäftigten in einem immer größeren Umfang krank macht, Outsourcing, steigende Leiharbeit und ständig neuen Sparpro-gramme, die auch für die Öffentlichkeit immer häufiger spürbar werden.

 

Aktuell plant der Konzern die Spar-Axt im Bereich der dualen

Ausbildung anzusetzen, genauer gesagt bei der sogenannten FKEP-Ausbildung (Fachkraft für Kurier-Express und Postdienstleistungen).

 

Hier hat das Unternehmen vor, den Umfang der

Ausbildungsplätze für die duale Berufsausbildung FKEP in einem ersten Schritt in etwa zu halbieren. Dies würde bundesweit einer Absenkung im Vergleich zum Vorjahr 2017, von 1.400 auf rund 700 Ausbildungsplätzen in 2018 bedeuten. Im Raum Süddeutschland entspricht dies im Vergleich von 2017 auf 2018 einer Absenkung von 400 Ausbildungsplätzen auf 190 Ausbildungsplätze im Bereich der dualen Berufsausbildung FKEP.

 

Die Gewerkschaft ver.di kritisiert scharf: „Der Konzern rühmt sich in seinen Hochglanzbroschüren immer damit gesellschaftliche

Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht sollte diesen Herrschaften vom Vorstand mal jemand sagen, dass sich diese Verantwortung nicht nur auf ihre Gehälter, den Aktionskurs, die Dividendenentwicklung und den Bereich der E-Mobilität beschränkt, sondern auch etwas mit den für sie arbeitenden Menschen zu tun hat“, so die Gewerkschaftssekretärin Jessica Hampel.

 

Als moralisches Feigenblatt will der Konzern nun Quereinsteigern, die normal im Betrieb arbeiten einen Abschluss über die IHK

ermöglichen. „Zertifizierter Zusteller“ heißt dieses Programm.

 

Dazu Jessica Hampel: „Die Möglichkeit des beruflichen Aufstiegs ist ein gewerkschaftliches Kernanliegen von ver.di. Daher begrüßen wir grundsätzlich die Schaffung von Aufstiegsmöglichkeiten im Betrieb, wie z.B. durch das Programm: „Zertifizierter Zusteller“. Das Problem ist aus unserer Sicht aber, dass dieses Programm 1:1 zu Lasten der dualen Berufsausbildung geht. In unserer Einschätzung ist dies der Einstieg zum Ausstieg aus der dualen Berufsausbildung Fachkraft für Kurier,- Express- und Postdienstleistungen (FKEP).

Für die Niederlassung BRIEF Nürnberg bedeutet dies zum Beispiel konkret, dass auf ca. 2.500 Zusteller gerade einmal 14 Ausbildungsplätze FKEP entfallen. Wenn hiervon jetzt nur die Hälfte für eine duale Berufsausbildung FKEP eingestellt werden, dann ist unter anderem die Bildung einer Berufsschulklasse äußerst unwahrscheinlich.

 

Ver.di verurteilt deswegen die Vorgehensweise des Arbeitgebers Deutsche Post DHL Group, der sich jedoch in den bisherigen

Gesprächen um keinen Millimeter auf die Gewerkschaft ver.di zu bewegt hat.

 

„Unsere Aktiven in Bayern haben hierzu einen klaren Kampagnenplan entworfen, der bis ins erste Quartal 2018 reicht.

Geplant sind unter anderem öffentliche Aktionen, sowie

Gesprächen mit Politikern.

Hierzu hat am heutigen Donnerstag, 07.12.2017 eine erste Pausen-aktion der Jugend- und Auszubildendenvertretungen in Bayern stattgefunden.

Egal was kommt, wir werden um die Zukunft der FKEP-Ausbildung bei der Deutsche Post DHL Group kämpfen,
so Jessica Hampel abschließend.

 

Weitere Informationen:

 

Anton Hirtreiter

Landesfachbereichsleiter

ver.di Bayern, Fachbereich Postdienste, Spedition und Logistik

Tel. 089/59977 - 1100

Mobil 0171/5306650

 

 

Jessica Hampel

Für Jugend zuständige Gewerkschaftssekretärin

ver.di Bayern, Fachbereich Postdienste, Spedition und Logistik

Tel.: 0911/23557-110

Mobil 0151/46012008